Montag, 31. Oktober 2011

It’s Halloween. The lamp is lit. Around the fire we Children sit…
Es ist Halloween, die Kürbislaterne leuchtet. Und wir Kinder sitzen am Kamin…

So singen die Kinder in Kanada zu Halloween, wenn am 31.10. nach einem alten irischen Brauch die Geister vertrieben werden. Wir waren zwar für Halloween zwei Tage früh dran mit unserem Joliba-Kinderfest. Und so konnten wir nicht mit den Kindern auf eine ‚Süßes oder Sauers‘-Runde gehen, aber unsere Halloween-Party war auch so ganz toll. Es ist schon eine kleine Tradition bei Joliba, dass Carolyn aus Kanada den Kindern und Eltern zeigt wie die Kürbislaterne geschnitzt wird. Leider gab es dieses Jahr kaum die großen orangenen Kürbisse, so haben wir die Hokkaido-Kürbisse genommen. Wie Ihr sehen könnt, sind daraus auch coole Kürbislaternen geworden. Noel hatte wieder seine DarculaBar geöffnet. Der Schlamulla und der Glypper Bybber-Drink hatten aber ernsthafte Konkurrenz in diesem Jahr, denn Mathias hatte heiße Waffeln im Waffeleisen. Und die gingen weg wie warme Semmeln. Überhaupt war es ein kulinarisches Fest, denn Daniela hatte ganz leckere Kürbissuppe gekocht und Loan hatte ihre selbstgemachten Frühlingsrollen mitgebracht. Da die Herbstsonne den ganzen Nachmittag strahlte hatten wir die Tische rausgestellt. Und nachdem alle Kürbisse geschnitzt waren und die erste Toberunde in der Gruselhöhle beendet war, gab es eine Minimodenschau mit Kleidern für Kinder von Olivia Leben. Ganz am Schluss haben wir dann noch einige Papierfrösche gefaltet und ein Froschrennen veranstaltet. Es blieb aber nicht genug Zeit um die Frösche und unsere Finger gut zu trainieren. Vielleicht klappt es beim nächsten Mal.
Auf die Plätze – Fertig – Frosch!

Bukkolas Blog, 31.10.2011

Alle Fotos in diesem Post sind von Carolyn Gammon

Der Flyer

Halloween benötigt genaueste Vorbereitung

Die Kürbisse müssen ausgestochen werden....
Halloween 2011

Hier also ein Blick auf das Joliba Halloween Kinderevent.

Und dann kam die Dunkelheit und das Reich der Geister leuchtete....


doch zuvor gab es leckere vietnamesische Frühlingsrollen


da lies es sich dann auch gut ein gemeinsames Tänzchen wagen..



je dunkler es wurde, um so mulmiger fühlte sich manche...
wie gut das der Spuk selber erarbeitet war!

Freitag, 14. Oktober 2011

MitmachCafé: Filme zeigen Welten - Was der Mensch besitzt

Welche Träume hat ein junger Mann in Madagaskar? Was wünscht sich die Frau mit den acht Kindern aus Mali? Und welche Erwartungen stellt ihr Mann an sie und seine zweite Ehefrau? Im „Sieben Länder - Filmmarathon“ des MitMachCafés am vergangenen Freitag konnte man Einblick in all jene Erwartungen, Wünsche und Träume von Familien aus Afrika, Asien und Südamerika erhalten.


Ein kleines Mädchen der Zafimaniry in Madagaskar ist stolz auf seine Schulbücher, der Junge aus demselben Ort geht lieber Holz sammeln als auf die Schulbank, weil er dabei einen halben Euro im Monat verdient. Von den afrikanischen Frauen mögen viele am Meisten ihren Kochtopf, mit dem sie die Familie versorgen können.

In insgesamt sieben Kurzfilmen zeigten Menschen aus Uganda, Mali oder Kambodscha den Zusammengekommenen im MitMachCafé was sie besitzen und wovon sie träumen. Alles, was im Laufe eines Tages benutzt, gebraucht, gegessen und verarbeitet wird, zeichnete Gerlinde Böhm in ihrer Filmreihe „Hab und Gut aus aller Welt“ auf.

Am Freitag konnten die Bewohner des Wrangelkiez nun sehen, wie der Malinese Yacuba den Fernseher als eine seiner besten Errungenschaften präsentiert. Darin sieht er, wie die schönen und reicheren Menschen leben und wünscht sich es genau wie sie zu tun. Der junge Hutu im Flüchtlingslager von Uganda dagegen hat nur noch wenige Erwartungen. Er zeigt vor der Kamera was ihm auf der Flucht aus seiner Heimat geblieben ist: einen Wasserkanister, eine Wolldecke, ein Bettlacken und ein paar Anziehsachen. Von etwas anderem berichtet er jedoch ausführlicher – von der Liebe zu seiner Frau. Die hat er in einem Flüchtlingslager kennengelernt und bei den Eltern um ihre Hand angehalten.

Die Ehefrauen Yacuba‘s konnten sich nicht aussuchen mit wem sie zusammenleben werden. Die jüngere der Beiden weint und fragt ohne eine Antwort zu erwarten, wer in seiner Ehe schon glücklich sei.  

Diese persönlichen und vertrauten Momente bringen den Alltag fremder Kulturen bis in das MitMachCafé und an die WUNDERbar, entfachen Diskussionen und berühren.

„Wie die Ausländer zu leben“ ist der meistgeäußerte  Wunsch. Die Großmutter der Zafimaniry Familie mag besonders ihre Nähmaschine. Für die Enkelkinder wünscht sie sich Fortschritt und ein besseres Leben. In ihrem Volksstamm können die Häuser allein mit der Kraft Vieler aufgebaut werden. Hier kann man auch als Bewohner des Wrangelkiez noch etwas aus der Fremde lernen: die Bedeutung des Gemeinschaftswillen.  
                                                                                                                             Mareen Ledebur



 Weitere Informationen: Nijinski.Arts@gmx.de, Telefon: 030-6120 9099, Mobil: 0162-949 1029 (Katharina La Henges) und www.joliba.de ; Telefon:  030-2250 2401 (Sultan Dag) oder  030-610 76 802 (Katharina Oguntoye) 
                            

Samstag, 1. Oktober 2011

Sa bibi là – „Hast du schon gegessen?“

Sie engagieren sich im Kiez und in der Welt, in der Energiepolitik und der Entwicklungshilfe – und treffen sich im Wrangelkiez. Beim 4. Interkulturellen Koch- und Kulturevent im MitMachCafé kamen wieder viele verschiedene Menschen in der Falckensteinstraße zusammen. 

Die circa 60 Besucher und Besucherinnen des Wrangeltreffs, unter ihnen der Bezirksbürgermeister Friedrichshain-Kreuzbergs Franz Schulz, lernten diesmal die vom Verein Burma Projekt e.V. realisierten Hilfsprojekte kennen. Anschließend hatten sie die Möglichkeit mehr über die alternativen Energie-Projekte von Transition Town Berlin Friedrichshain-Kreuzberg zu erfahren. 
Wer in Burma seinen Freund oder eine Bekannte trifft, wird nicht wie bei uns mit einem höflichen „Wie geht’s?“ begrüßt, sondern mit der Frage: „Hast du schon gegessen?“. Auch im MitMachCafé wurde ganz landestypisch burmesisch mit einem gemeinsamen Essen der Abend begonnen. Reis mit Dahl und Flusskrebse mit Chili - der kulinarische Mix aus Linsen, Tamarinden, asiatischen Gewürzen und Shrimps führte Jung und Alt in das ferne Burma.
Nanja, Geschäftsführerin des Burma Projekt e.V. Berlin, und Celine, die Vorstandsvorsitzende, gaben danach mit ihrer Power Point Präsentation einen Eindruck dieses Landes, in welchem die wunderschöne Natur und die schwierigen Lebensbedingungen der Menschen gegensätzlicher nicht sein könnten. 
Mit ihrer Arbeit weisen die annähernd 50 Mitglieder und Mitgliederinnen des Burma Projekt e.V. Berlin auf die Missstände in dem durch die langjährige Militärherrschaft gezeichneten Land hin, in dem noch immer Armut und Rechtlosigkeit das Leben der Menschen prägen. Exilburmesen, von denen es in Deutschland etwa 900 gibt, und Deutsche, die sich in das Land verliebt haben, wollen mit lokalen Hilfsprojekten die Situation der in Burma lebenden Menschen verbessern. Offenheit, Nachhaltigkeit und Eigeninitiative kennzeichnen die ehrenamtliche Arbeit des Burma-Projektes. Entscheidungen über Hilfsprojekte werden basisdemokratisch gefällt, Transparenz steht bei der Arbeit im Vordergrund. Die burmesischen Helfer und Helferinnen binden die Menschen vor Ort ein und geben ihnen so die Möglichkeit, Veränderungen selbst zu gestalten. Mit diesem lobenswerten Ansatz feiert der Verein in diesem Jahr sein 20-jähriges Jubiläum. „Wir sind ein Mitmach-Verein“, meinen Nanja und Celine und laden alle Interessierten zur nächsten Vereinssitzung am 14. Oktober ein. 
Auch Wolle, der aktiv bei Transition Town Berlin Friedrichshain-Kreuzberg mitwirkt, forderte in seinem darauf folgenden Vortrag „Sonne, Wasser und Wind“ mehr Nachhaltigkeit und Eigeninitiative. Zu einer verbesserten Energiebilanz können und müssen alle etwas beitragen! Ein weltweiter Wandel beginnt mit einer Veränderung direkt vor Ort. Die Gründer/innen von Transition Town Berlin Friedrichshain-Kreuzberg wollen das möglich machen.
Für Wolle ist es wichtig mit nicht erneuerbaren Energiequellen sparsamer umzugehen: „Wir sind ja alle Energie- und Mülljunkees“. Obwohl ein anderer Umgang mit Energie schwer fällt, ist sie doch nicht unmöglich – das war seine große Botschaft.
Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen des MitMachCafés hörten, wie vermehrt auf andere Energiequellen zurück gegriffen werden kann. Der Sonne als Hauptenergiequelle kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Sie macht die Nutzung von Wind- und Wasserenergien erst möglich und kann auch selbst ein Wärme- und Stromproduzent sein. Die Beispiele aus verschiedenen Ländern, unter anderem Portugal und Indonesien, zeigten die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten alternativer Energien auf.
Regenerative Energien in Kombination mit einem effizienten Ressourcenumgang können Menschen und Umwelt wieder in Ausgleich bringen. Dafür braucht es aber nicht nur Maßnahmen von ‚oben‘, sondern auch Engagement von ‚unten‘. „Es ist möglich anders zu leben!“, so Wolle. 
Welche Möglichkeiten konkret für die Menschen im Wrangelkiez bestehen, diskutierten im Anschluss das Publikum, die Vortragenden und der Kiezgastgeber Franz Schulz. Die Diskussion über Bürgersolarzellen und energiebewusstes Verhalten wird ab dem 18. Oktober in den Energiegesprächen fortgesetzt. Die vielseitige Veranstaltung in der Begegnungsstätte Falckensteinstraße machte eines deutlich: Mitmachen lohnt sich! Der und die Einzelne kann Veränderungen bewirken: international und lokal; im Kleinen wie im Großen.
Wer jetzt Lust bekommen hat die Vereine einmal kennenzulernen, kann sich gerne auf http://www.burma-projekt.de/ und http://transitiontown-friedrichshainkreuzberg. de/ informieren oder einfach mal vorbei schauen.
Und wer Appetit auf mehr Koch- und Kulturerlebnisse bekommen hat, ist herzlich zum nächsten Wrangeltreff am Freitag, den 11.November 2011 eingeladen!
                                                                                                                                               Bianka Plüschke