Freitag, 14. Oktober 2011

MitmachCafé: Filme zeigen Welten - Was der Mensch besitzt

Welche Träume hat ein junger Mann in Madagaskar? Was wünscht sich die Frau mit den acht Kindern aus Mali? Und welche Erwartungen stellt ihr Mann an sie und seine zweite Ehefrau? Im „Sieben Länder - Filmmarathon“ des MitMachCafés am vergangenen Freitag konnte man Einblick in all jene Erwartungen, Wünsche und Träume von Familien aus Afrika, Asien und Südamerika erhalten.


Ein kleines Mädchen der Zafimaniry in Madagaskar ist stolz auf seine Schulbücher, der Junge aus demselben Ort geht lieber Holz sammeln als auf die Schulbank, weil er dabei einen halben Euro im Monat verdient. Von den afrikanischen Frauen mögen viele am Meisten ihren Kochtopf, mit dem sie die Familie versorgen können.

In insgesamt sieben Kurzfilmen zeigten Menschen aus Uganda, Mali oder Kambodscha den Zusammengekommenen im MitMachCafé was sie besitzen und wovon sie träumen. Alles, was im Laufe eines Tages benutzt, gebraucht, gegessen und verarbeitet wird, zeichnete Gerlinde Böhm in ihrer Filmreihe „Hab und Gut aus aller Welt“ auf.

Am Freitag konnten die Bewohner des Wrangelkiez nun sehen, wie der Malinese Yacuba den Fernseher als eine seiner besten Errungenschaften präsentiert. Darin sieht er, wie die schönen und reicheren Menschen leben und wünscht sich es genau wie sie zu tun. Der junge Hutu im Flüchtlingslager von Uganda dagegen hat nur noch wenige Erwartungen. Er zeigt vor der Kamera was ihm auf der Flucht aus seiner Heimat geblieben ist: einen Wasserkanister, eine Wolldecke, ein Bettlacken und ein paar Anziehsachen. Von etwas anderem berichtet er jedoch ausführlicher – von der Liebe zu seiner Frau. Die hat er in einem Flüchtlingslager kennengelernt und bei den Eltern um ihre Hand angehalten.

Die Ehefrauen Yacuba‘s konnten sich nicht aussuchen mit wem sie zusammenleben werden. Die jüngere der Beiden weint und fragt ohne eine Antwort zu erwarten, wer in seiner Ehe schon glücklich sei.  

Diese persönlichen und vertrauten Momente bringen den Alltag fremder Kulturen bis in das MitMachCafé und an die WUNDERbar, entfachen Diskussionen und berühren.

„Wie die Ausländer zu leben“ ist der meistgeäußerte  Wunsch. Die Großmutter der Zafimaniry Familie mag besonders ihre Nähmaschine. Für die Enkelkinder wünscht sie sich Fortschritt und ein besseres Leben. In ihrem Volksstamm können die Häuser allein mit der Kraft Vieler aufgebaut werden. Hier kann man auch als Bewohner des Wrangelkiez noch etwas aus der Fremde lernen: die Bedeutung des Gemeinschaftswillen.  
                                                                                                                             Mareen Ledebur



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